Prozesse und Daten in Unternehmen sind facettenreich und komplex. Datenmodelle beschreiben diese Prozesse und Daten und sind die Basis jeder Unternehmensanwendung. Sie zu verstehen, um damit zu arbeiten, ist immer wieder eine Herausforderung. Für die Plattform cplace haben wir eine Anwendung entwickelt, die auch große und komplexe Datenmodelle übersichtlich abbildet und Nutzer:innen neue Wege eröffnet, einen Zugang zu ihren Daten und Prozessen zu erhalten.
Die Softwareplattform cplace unterstützt Unternehmen branchenübergreifend bei der effizienten Steuerung komplexer Vorhaben und Projekte. Mit der flexiblen Enterprise-Lösung werden Unternehmensprozesse individuell abgebildet. Dabei stehen bereits fertige Lösungskomponenten zur Verfügung, die direkt eingesetzt, miteinander kombiniert und erweitert werden können.
Eine einheitliche Datenbasis verbindet alle cplace Lösungen im Unternehmen und sorgt für vernetzte Informationen, die nach den Bedürfnissen unterschiedlichster Anwendungsgruppen maßgeschneidert visualisiert werden.
Die bereits vorhandenen Datenmodelle in geeigneter Form verständlich zu visualisieren und in der Plattform zugänglich zu machen, war Inhalt unseres gemeinsamen Projektes 'Visual Domain Model'.
Die Grundlage aller cplace-Anwendungen bildet ein hybrides Datenmodell. Es besitzt die Flexibilität, Attribute, Typen und deren Beziehungen zur Laufzeit zu ändern. Für die Projekt- und Produktentwicklung ist das Verständnis des Datenmodells ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Mit dem Visual Domain Model können Datenmodelle mit geringem manuellen Aufwand visuell strukturiert abgebildet werden. Diese Visualisierungen sind immer auf dem aktuellsten Stand und können die Datenstrukturen zwischen allen Beteiligten der Projekt- und Produktentwicklung kommunizieren.

Die Anforderungen an das Projekt waren klar definiert: mit wenig Aufwand sollte die Visualisierung des aktuellen Datenmodells erzeugt oder wiederverwendet werden können. Es brauchte eine Anwendung, mit der sich schnell individuelle Sichten auf Datenmodelle erzeugen lassen. Die Bedürfnisse von drei Nutzungsgruppen bildeten den Schwerpunkt für unseren Ansatz. cplace-Nutzerinnen der verschiedenen Anwendungsbereiche ebenso wie Consultants sollen bei der Durchführung von Projekten unterstützt werden. Entwickler:innen helfen die visuellen Datenmodelle, Daten und Prozesse schneller in Code zu überführen. Allen Nutzungsgruppen soll unsere Erweiterung das Verständnis für die eigenen Strukturen und die Analyse des eigenen Datenmodells erleichtern. Genau das haben wir erreicht.
Denn unser Tool schafft einen besseren Zugang, indem die abstrakten Datenstrukturen in eine bildliche Form übersetzt werden. Die notwendige Kommunikation der eigenen Daten und Prozesse sowie die gewonnenen Informationen der Analyse später zu präsentieren — ein Kinderspiel.

Das bisher genutzte Diagramm wurde automatisiert erzeugt, allerdings fehlte es an Übersichtlichkeit und Anpassungsmöglichkeiten. Das Datenmodell mit externen Tools abzubilden, war sehr aufwändig und erforderte bei jeder Änderung am Datenmodell eine manuelle Anpassung. Dies führte zu teils veralteten Darstellungen. Und genau hier waren unsere Kompetenzen einer maßgeschneiderten Individualentwicklung gefragt.
Die Nutzer:innen der Plattform cplace haben jetzt die Möglichkeit, sich eigene, stets aktuelle Sichten auf das Datenmodell zu generieren, die ihren ganz konkreten Fragenstellungen entsprechen. Abweichungen von klassischen Datenmodell-Diagrammen sind im Konzept berücksichtigt, um dem Kontext cplace und dem dort eingesetzten hybriden Datenmodell zu entsprechen.
Durch die integrierten Interaktionswege und die teils automatisierte Einbindung der Typen und Attribute werden die Nutzer:innen dabei unterstützt, schneller ans Ziel zukommen, als mit externen Tools. Unsere Softwarelösung hat schnell Freund:innen unter den cplace-Nutzer:innen gefunden und ist nun als Standard-Widget in der cplace-Plattform integriert.
Das Visual Domain Model teilt sich in zwei miteinander verknüpfte Hauptbereiche: Einen Bereich zur Auswahl und Anzeige seiner Arbeitsbereiche und Typen sowie den zunächst leeren Visualisierungsbereich zur Darstellung des Datenmodells. Als erstes wählt der Anwendende einen Arbeitsbereich in cplace aus. Anschließend werden automatisch alle vorhandenen Typen dazu in der Liste aufgeführt.
Es können beliebig viele Arbeitsbereiche eingebunden werden. Im nächsten Schritt werden per Drag and Drop die Typen in die Visualisierungsfläche gezogen, die in der Darstellung abgebildet werden sollen. Dort werden automatisiert alle Attribute mit ihren Eigenschaften angezeigt. Relationen zu verlinkten Typen werden als Button verankert und ermöglichen Nutzenden, verlinkte Typen direkt zu sehen und ebenfalls per Drag and Drop hineinzuziehen.
Die Typen können frei positioniert und mit Bereichen und Notizen untersetzt werden. Auch Farben für die Arbeitsbereiche können angepasst werden. Durch das Speichern wird die Darstellung in cplace persistiert und kann jederzeit wieder aufgerufen werden – sind zwischenzeitlich Änderungen am Datenmodell passiert, finden sich diese automatisch im Visual Domain Model wieder. Darüber hinaus bietet die Anwendung mittels Toolbar Funktionen, die Nutzer:innen bei der visuellen Organisation der Modelle unterstützen.

Um ein möglichst effizientes und nutzerfreundliches Produkt zu entwickeln, galt es einige Herausforderungen zu meistern. Beispielsweise bei mxGraph: die Bibliothek kann viel, bringt aber auch vordefinierte Styles und ein sehr spezifisches Verhalten mit sich. Da standen unsere Entwickler:innen vor der technischen Herausforderung, den Graphen an die visuellen und interaktiven Anforderungen anzupassen.
Auch musste berücksichtigt werden, dass nicht jede:r Anwendende alle Teile eines Datenmodells abbilden möchte, sondern gezielt eigene Sichten darauf definieren kann, ohne alles mühselig selbst einzutragen. Wir mussten also die Balance zwischen Automatisierung und Anpassbarkeit bei der Erstellung der Visualisierung finden.
Mit viel Liebe zum Detail wurden die Oberflächenelemente, wie Platzierungsvorschau, Rasterstruktur, eine Schaltfläche für die Auswahl von verlinkten Typen und vieles mehr, gestaltet und integriert. Diese machen es Nutzer:innen leicht, sich mit wenigen Klicks und ohne den Überblick zu verlieren, auch umfangreiche Sichten zusammenzustellen.
Kennengelernt haben wir uns bereits 2016. Damals haben wir gemeinsam mit der collaboration Factory AG in einem Projekt für cplace-Kunden zusammengearbeitet. Es war eine tolle Zusammenarbeit, die uns viel Spaß gemacht hat. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass die collaboration Factory AG uns als Partner:innen für das neue Projekt gewählt hat und wir die gemeinsame Arbeit vertiefen konnten. Überzeugt hat unser besonderes Händchen, Daten zu visualisieren und unser Anspruch, den Anwender:innen übersichtliche Oberflächen zu bieten, die sich intuitiv bedienen lassen, um die Visualisierungen zu erkunden. Wir sind stolz auf das gemeinsame Ergebnis und freuen uns schon jetzt auf das nächste gemeinsame Projekt.