Das Projekt REDUCE ist ein transdisziplinäres Forschungsprojekt im Verbund mit der Technischen Universität Chemnitz und der Vitesco Technologies GmbH und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
In Anbetracht der drängenden Klimakrise ist es von zentraler Bedeutung, dass die Industrie ihren Umgang mit Energie und Wasser neu überdenkt. Als Großverbraucher steht sie besonders im Fokus, wenn es darum geht, innovative Wege zur Schonung dieser wertvollen Ressourcen zu finden. Hier setzt das Projekt REDUCE (Resource Efficiency Derived from User Centered Engineering in Industrial Production) an und bietet interdisziplinäre methodische Lösungsansätze zur Steigerung der Ressourceneffizienz in der industriellen Produktion.
Das Projekt verfolgt einen zweigleisigen Ansatz: Zum einen wird mithilfe moderner Sensor- und Messtechnik eine umfassende Datenbank aufgebaut, die technische Parameter wie Energieverbrauch detailliert erfasst. Auf dieser Basis werden Energiesparpotenziale identifiziert. Zum anderen werden Prozessabläufe und Arbeitsschritte sowie die Bedürfnisse und Erfahrungen der menschlichen Akteure analysiert. Die gesammelten Erkenntnisse fließen in die Entwicklung eines Demonstrators ein, der konkrete Handlungsoptionen und -aufforderungen bereitstellt. Durch die datengetriebene Analyse von Echtzeit-Prozessdaten werden den Nutzer:innen gezielte Aktionen zur Reduktion des Verbrauchs vorgeschlagen. Ziel ist es, langfristig ein ressourcenschonendes Mindset in der Fertigung zu etablieren.
Der Demonstrator dient der praktischen Umsetzung und Evaluation der entwickelten Ansätze und soll verlässliche Daten über Potenziale zur Ressourceneinsparung durch moderne Energiemanagement- und Informationssysteme liefern. Diese Erkenntnisse können sowohl in wissenschaftlichen Publikationen aufgearbeitet als auch industriell weiterentwickelt und auf größerem Maßstab angewendet werden.
REDUCE vereint die Erhebung und Analyse produktionsspezifischer Daten mit anwenderzentrierten Erfahrungen und schafft so ein Werkzeug, das signifikante Fortschritte in der Ressourcenschonung ermöglicht. Dies führt nicht nur zu einer nachhaltigen Reduktion des Verbrauchs, sondern trägt auch zu einer positiven Umweltbilanz bei.
Am 27. Februar 2024 nahmen Projektbeteiligte der TU Chemnitz an einer Fachdiskussion in den Fertigungshallen von Vitesco Technologies in Limbach-Oberfrohna teil. Die Besichtigung der Anlagen diente dazu, einen geeigneten Applikationsfall für den geplanten Interface-Demonstrator zu identifizieren und den Arbeitsprozess an den Prüflinien im Detail kennenzulernen. Dabei entstand ein intensiver Austausch mit dem Team von Vitesco Technologies über Potenziale zur Ressourceneinsparung in der Produktion.
Als nächstes werden im Rahmen einer kognitiven Aufgaben- und Anforderungsanalyse Arbeits- und Prozessabläufe der Mitarbeitenden systematisch beschrieben. Daraus sollen eine digitale Unterstützung durch Visualisierungen und verhaltensbezogene Handlungsoptionen zur Verbrauchssenkung abgeleitet werden.

Unter dem Schwerpunkt „Daten. Umwelt. Technik.“ fand am 17. und 18. Oktober 2023 die Digital GreenTech Konferenz in Karlsruhe statt. Zum Auftakt präsentierten 13 Verbundprojekte ihre Ergebnisse – darunter waren spannende Themen wie natürliche Fingerabdrücke zur Rückverfolgung von Baumstämmen von der Holzernte bis zum Sägewerk (DiGeBast), KI-basierte Baumanalyse zur Bekämpfung von Borkenkäfern (ForestCare) oder schwarmfähige Unterwasserroboter zur Überwachung der Wasserqualität in Seen (MOVE).
Am zweiten Konferenztag stellte unser Projektkoordinator das Forschungsvorhaben einem breiten Fachpublikum vor. Weitere Projekte wie die laserbasierte Unkrautbekämpfung (LALWeco), die Zustandsüberwachung von Bäumen mittels Schallemissionen (TreeMon) oder ein Erdrutsch-Vorwarnsystem basierend auf 3D-Daten und KI (AImon5.0) standen ebenfalls im Fokus.
Der Austausch war fachlich wie persönlich bereichernd und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig datengetriebene Umwelttechnologien heute entwickelt werden.
