Förderung: Das Verbundprojekt Instrument für die intraoperative Bewertung der Primärstabilität von Pedikelschrauben im Knochen (iPRIS) - Teilvorhaben: Visuelle Entscheidungsunterstützung zur intraoperativen Bewertung der Pedikelschraubenstabilität wird im Rahmen von KMU-innovativ und dem Aktionsfeld „Gesundheitswirtschaft im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unter dem Förderkennzeichen 13GW0824B gefördert.
Das Forschungsprojekt iPRIS (Instrument für die intraoperative Bewertung der Primärstabilität von Pedikelschrauben im Knochen) untersucht, wie sich die Stabilität von Implantaten während Wirbelsäulenoperationen objektiv erfassen, analysieren und an Operateure kommunizieren lässt.
Ziel ist es, eine bislang nicht sichtbare, aber entscheidungsrelevante mechanische Größe im Moment des Eingriffs verfügbar zu machen und damit die Grundlage für eine gezielte Unterstützung im OP zu schaffen.
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und in einem Verbund aus Wirtschaft und Forschung realisiert:
GTV – Gesellschaft für Technische Visualistik mbH
Softwarebasierte Integration der Coupled Process Analyse (CPA) in eine kontextbezogene visuelle Form, die komplexe mechanische Zusammenhänge im operativen Moment unmittelbar verständlich macht.
Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Praxisnahe Ableitung von Anforderungen und Nutzung an ein klinisches Instrument auf den intraoperativen Einsatz bei Wirbelsäulenoperationen.
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU)
Methodische Untersuchung der Wirkzusammenhängen der Primärstabilität von Pedikelschrauben im Knochen auf Basis von schwingungstechnischen Untersuchungen.
endocon GmbH
Konzeption und Realisierung des angestrebten chirurgischen Instruments.
SPEKTRA Schwingungstechnik und Akustik GmbH Dresden
Konzeption eines Setups von Sensoren und Aktoren für die optimale Merkmalsextraktion von geeigneten Sensorparametern.
Das Forschungsprojekt iPRIS adressiert eine zentrale Herausforderung in der Wirbelsäulenchirurgie:
Im entscheidenden Moment der Operation lässt sich die Stabilität eines Implantats bislang nicht objektiv beurteilen – obwohl sie maßgeblich für den weiteren Verlauf ist. Intraoperative Einschätzungen basieren daher häufig auf präoperativen Untersuchungen und der subjektiven Erfahrung der Operateur:innen, während die tatsächlichen mechanischen Zusammenhänge im Knochen unsichtbar bleiben.
Damit fehlt eine belastbare Grundlage, um den Verankerungszustand von Pedikelschrauben während des Eingriffs zu objektivieren und im operativen Moment nutzbar zu machen. Derzeit:
Die Folgen:
Da die Verankerung von Pedikelschrauben stark von der individuellen Knochenqualität abhängt, besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Lockerungen oder unzureichende Stabilisierung. Mit der steigenden Zahl an Wirbelsäulenoperationen gewinnt diese Unsicherheit zusätzlich an Bedeutung – sowohl für die Qualität der Behandlung als auch für die Belastung des Gesundheitssystems.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Instruments für die Wirbelsäulenchirurgie, das eine intraoperative Beurteilung der Primärstabilität von Pedikelschrauben ermöglicht.
Dabei soll den Operateur:innen ein direktes und unmittelbares Feedback zur Verankerungsstabilität bereitgestellt werden, um Entscheidungen während des Eingriffs gezielt zu unterstützen.
Im Forschungsprojekt iPRIS soll dies durch ein System realisiert werden, welches die Stabilität von Pedikelschrauben während der Operation anhand von Schwingungsmessungen analysiert. Die gewonnenen Daten werden durch die Coupled Process Analyse (CPA) ausgewertet und die Ergebnisse visuell aufbereitet kommuniziert. Die Darstellung erfolgt direkt am Instrument und ist so gestaltet, dass sie im operativen Kontext unmittelbar verständlich ist.
Dadurch können Chirurg:innen das operative Vorgehen auf Basis der sichtbar gemachten mechanischen Zusammenhänge gezielt anpassen.
Im Projekt wird ein Funktionsmuster eines intraoperativen Instruments angestrebt, das:
Die Ergebnisse bilden die Grundlage für eine weiterführende Produktentwicklung mit dem Ziel der klinischen Anwendung.